Bisher steht es so in allen Lehrbüchern: Unser Gehirn verarbeitet Sprache asymmetrisch, eine Gehirnhälfte ist dabei aktiver als die andere. Bei den meisten Menschen liegen die wichtigen Sprachzentren dabei links. Jetzt aber wirft ein Experiment von US-Forscher diese gängige Ansicht über den Haufen. Denn es belegt, dass unser Sprechen die konzertierte Arbeit beider Gehirnhälften erfordert – und das in ziemlich gleichem Maße.

Wenn wir eine Unterhaltung führen, leistet unser Gehirn Schwerstarbeit. In Bruchteilen von Sekunden muss es die von unserem Gegenüber geäußerten Töne aufnehmen und erkennen, um welche Worte es sich handelt. Dann muss es diese Informationen an das Zentrum weiterleiten, das die Antwort koordiniert. Dieses gibt dann Lippen und Mundraum die Anweisungen, genau die Bewegungen auszuführen, die dann die passenden Laute der Antwort hervorbringen. Nach gängigen Modellen findet der erste Teil, die Verarbeitung der gehörten Sprache, im sogenannten Wernicke Areal statt, einem Bereich im linken Schläfenlappen unseres Gehirns. Dieses ist über Nervenfasern mit dem für das Sprechen zuständigen Areal im linken Frontallappen verbunden, dem Broca-Zentrum.

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